Herculaneum
Herculaneum (ital. Ercolano) war eine antike Stadt am Golf von Neapel, die wie Pompeji und Stabiae beim Ausbruch des Vesuv am 24. August 79 n. Chr. untergegangen ist.
Über die Stadt in vorrömisch-samnitischer Zeit ist wenig bekannt. Ihrem Namen nach dürfte sie als Herakleion von Griechen gegründet worden sein. Seit 307 v. Chr. gehörte sie zum römischen Einflussbereich und erhielt nach dem Bundesgenossenkrieg die Verfassung eines Municipiums. Herculaneum war kleiner als Pompeji; die Ausstattung der freigelegten Häuser deutet aber auf teilweise großen Wohlstand der Einwohner.
Herculaneum wurde beim Vesuvausbruch unter bis zu 23 Meter hohen Schlammmassen begraben, nachdem ein Pyroklastischer Strom auf die Stadt niederging. War man früher davon ausgegangen, dass die Einwohner sich über das nahe gelegene Meer retten konnten, sind in den letzten Jahren im Hafenbereich der Stadt hunderte von Toten gefunden worden. 1738 begann die moderne Erforschung der Stadt, die mit Unterbrechungen bis heute andauert. Neben zahlreichen z. T. gut (einschließlich ihrer Innenausstattung) erhaltenen Privathäusern sind auch einige öffentliche Bauten und vor den Toren der Stadt gelegene Villen freigelegt worden, darunter die durch Funde verkohlter Papyrusrollen bekanntgewordene Villa dei Papiri.
Die meisten der in Herculaneum ausgegrabenen antiken Kunstwerke befinden sich heute im Archäologischen Nationalmuseum in Neapel; dazu gehören u.a. die großen Bronzeskulpturen aus der Villa dei Papiri und die an verschiedenen Stellen gefundenen Fresken.
Von Mai 2005 bis April 2006 werden einige bedeutende Ausgrabungsfunde erstmals außerhalb Italiens gezeigt. Die Ausstellung unter dem Titel "Die letzten Stunden von Herculaneum" ist in den Städten Haltern am See, Berlin und Bremen zu sehen.