Heinz Rühmann
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2 als Pilot 3 Filmografie (Auswahl) 4 Literatur 5 Weblinks |
Leben
Heinrich Wilhelm Rühmann wurde als Sohn von Hermann und Margarethe Rühmann geboren. Seine Kindheit verbrachte er in Wanne. Hier hatte der Vater die Bahnhofsgaststätte gepachtet. Hier erinnert noch heute der Bahnhofsvorplatz "Heinz-Rühmann-Platz" an diese Verbindung. 1913 zog die Familie zurück nach Essen. Seine Eltern ließen sich 1916 scheiden. Seine Mutter zog mit ihren drei Kindern (Heinrich und seine zwei Schwestern) nach München. Dort besuchte Heinz Rühmann 1919 die Realschule am Regerplatz. Danach nahm er Schauspielunterricht und erhielt bereits im Juni 1920 seine erste Nebenrolle am Theater in Breslau. Er wechselte 1921/22 ans Residenztheater Hannover, wo er zusammen mit Theo Lingen auftrat.Nach mehreren Engagements in Bremen und München heiratete Rühmann am 9. August 1924 seine Kollegin Maria Herbot. Sein erster Stummfilm, Das deutsche Mutterherz, wurde 1926 gedreht. Nach weiteren Rollen beim Film erhöhte sich sich sein Bekanntheitsgrad und er bekam 1927 eine Theaterrolle in Berlin an der Seite von Marlene Dietrich. 1930 gelang ihm mit dem Film Die drei von der Tankstelle der Durchbruch als Filmschauspieler und er gehörte von nun an zusammen mit Hans Albers zu den beliebtesten deutschen Schauspielern. Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten äußerte sich Rühmann nicht öffentlich zur Politik in Deutschland, sondern verhielt sich weitestgehend neutral. Von seiner jüdischen Frau ließ er sich 1938 scheiden. Dies trug ihm später den Vorwurf ein, er habe sich damit seine Karriere als Schauspieler sichern wollen. Doch auch Rühmanns zweite Frau, Hertha Feiler, die er bald darauf heiratete, war Halbjüdin, was ihm Ärger mit den Nazis einbrachte. Aus dieser Ehe entstand ein Sohn - Peter. Rühmann hatte auch ein längeres Verhältnis mit seiner Kollegin Leni Marenbach (Partnerin unter anderem in "Der Mustergatte" und "Fünf Millionen suchen einen Erben".
In den Kriegsjahren wurde Rühmann zunehmend von der Propaganda des Dritten Reichs vereinnahmt. In einer Rolle als Quax, der Bruchpilot spielte er in einem Komödienfilm, der die Bevölkerung vom Kriegsgeschehen ablenken sollte. 1941 spielte er unter der Regie des Präsidenten der Reichsfilmkammer, Carl Froelich, in Der Gasmann einen Gasableser, der der Auslandsspionage verdächtigt wird. 1944 wurde die Erstaufführung des Films Die Feuerzangenbowle von den Nationalsozialisten wegen "Respektlosigkeit gegen Autoritäten" verboten. Nur durch gute Beziehungen zum Regime konnte Rühmann die öffentliche Aufführung des Films durchsetzen. Zuvor war 1934 die gleiche Geschichte unter dem Titel "So ein Flegel" mit Rühmann weniger erfolgreich verfilmt worden. Heinz Rühmann wurde als Volksschauspieler nicht in die Wehrmacht eingezogen.
1945 wurde Rühmann während der so genannten Entnazifizierung als nicht belastet eingestuft; das gegen ihn zuvor verhängte Spielverbot wurde wieder aufgehoben. 1947 gründete Rühmann die Filmgesellschaft Comedia, die 1953 nach mehreren Misserfolgen in Konkurs ging. Erst mit Hilfe des Regisseurs Helmut Käutner gelang ihm ein Comeback als Schauspieler, zunächst in dem Film Keine Angst vor großen Tieren, dann (1956) in der Tragikkomödie Der Hauptmann von Köpenick (nach Carl Zuckmayer), wo er den Schuster Wilhelm Voigt spielte und dafür 1957 mit dem Preis der deutschen Filmkritik ausgezeichnet wurde. In den folgenden Jahren spielte Heinz Rühmann in zahlreichen Unterhaltungsfilmen von unterschiedlicher Qualität und konnte an seine früheren Erfolge anknüpfen. 1966 erhielt Rühmann das große Bundesverdienstkreuz.
1970 starb seine Frau. 1974 heiratete Rühmann seine dritte Frau, Hertha Droemer.
Bei Stars in der Manege 1980 trat Rühmann mit dem Clown Oleg Popow auf. 1982 veröffentlichte er unter dem Titel Das war's seine Autobiographie. Am 3. Oktober 1994 starb Rühmann in Aufkirchen am Starnberger See und wurde einen Tag später - auf seinen Wunsch hin - eingeäschert. Die Urne wurde am 30. Oktober 1994 in Berg beigesetzt.
als Pilot
Heinz Rühmann war ein ausgezeichneter und umsichtiger Pilot, seine Fähigkeiten lagen weit über dem durchschnittlichen Privatpiloten-Niveau. Als im Film "Quax der Bruchpilot" der zur Verfügung gestellte Berufspilot wegen eines Beinbruchs ausfiel und aufgrund des Krieges kein Ersatz zu bekommen war, flog Rühmann in sämtlichen Szenen selber, darunter auch die Kunstflug-Einlagen. Aus Altersgründen verkaufte er mit 65 Jahren seine Maschine, legte sich jedoch bald wieder eine neue zu und flog noch bis zum 80. Lebensjahr.Filmografie (Auswahl)
- "Das Mädchen mit den fünf Nullen", 1927, mit Adele Sandrock
- "Einbrecher", 1930, mit Ralph Arthur Roberts, Lilian Harvey, Willy Fritsch, Oskar Sima
- "Die drei von der Tankstelle", 1930, mit Lilian Harvey, Willy Fritsch, Oscar Karlweis und den Comedian Harmonists
- "Bomben auf Monte Carlo", 1931, mit Hans Albers
- "Meine Frau, die Hochstaplerin", 1931, mit Käthe von Nagy, Fritz Grünbaum, Theo Lingen, Fritz Alberti
- "Man braucht kein Geld", 1931, mit Hans Moser, Hedy Lamarr
- "Der brave Sünder", 1931, Regie: Fritz Kortner
- "Der Stolz der 3. Kompanie", 1932, mit Rudolf Platte
- "Es wird schon wieder besser", 1932, mit Fritz Grünbaum
- "Lachende Erben", 1933, Regie: Max Ophüls, mit Max Adalbert
- "Heimkehr ins Glück", 1933, mit Paul Hörbiger
- "Die Finanzen des Großherzogs", 1934, mit Fritz Alberti, Theo Lingen
- "So ein Flegel", 1934, mit Inge Konradi
- "Frasquita", 1934, mit Hans Moser
- "Ein Walzer für dich", 1934, mit Adele Sandrock, Theo Lingen
- "Heinz im Mond", 1934, mit Annemarie Sörensen, Rudolf Platte, Oskar Sima, Inge Konradi
- "Himmel auf Erden", 1935, mit Adele Sandrock, Hermann Thimig, Hans Moser, Rudolf Carl, Theo Lingen, Lizzi Holzschuh
- "Eva", 1935, mit Hans Moser, Adele Sandrock, Magda Schneider
- "Allotria", 1936, Regie: Willi Forst
- "Ungeküsst soll man nicht schlafen gehn", 1936, mit Liane Haid, Theo Lingen, Hans Moser
- "Lumpacivagabundus", 1936, mit Hans Holt, Paul Hörbiger, Fritz Imhoff
- "Der Mann, von dem man spricht", 1937, mit Hans Moser, Theo Lingen, Gusti Huber
- "Der Mann, der Sherlock Holmes war", 1937, mit Hans Albers
- "Der Mustergatte", 1937, mit Leny Marenbach
- "5 Millionen suchen einen Erben", 1938, mit Leny Marenbach, Vera von Langen, Oskar Sima
- "Nanu, Sie kennen Korff noch nicht?", 1938, mit Victor Janson
- "13 Stühle", 1938, mit Hans Moser
- "Kleider machen Leute", 1940
- "Quax, der Bruchpilot", 1941
- "Hauptsache glücklich", 1941, Regie: Theo Lingen
- "Die Feuerzangenbowle", 1944, mit Karin Himboldt (Eva Knauer), Hilde Sessak (Marion), Erich Ponto (Professor Crey, "Schnauz"), Paul Henckels (Professor Bömmel), Hans Leibelt (Direktor Knauer, "Zeus")
- "Quax in Afrika", 1945/53 Regie: Helmut Weiss, Buch Hermann Grote, mit Bruni Löbel, Beppo Brem
- "Sag' die Wahrheit", 1946, mit Georg Thomalla, Susanne von Almassy
- "Das kann jedem passieren", 1952, Regie: Paul Verhoeven, mit Gisela Schmidting, Liesl Karlstadt
- "Schäm' dich, Brigitte!", 1952, mit Hans Moser, Margarete Slezak, Theo Lingen, Nadja Tiller, Hilde Berndt
- "Keine Angst vor großen Tieren", 1953
- "Briefträger Müller", 1953, Regie: Heinz Rühmann, mit Heli Finkenzeller
- "Auf der Reeperbahn nachts um halb eins", 1954, mit Hans Albers
- "Escale à Orly", 1955, mit Claus Biederstaedt
- "Wenn der Vater mit dem Sohne", 1955, mit Oliver Grimm, Waltraut Haas
- "Charleys Tante", 1956, mit Hertha Feiler, Claus Biederstaedt, Walter Giller
- "Das Sonntagskind", 1956, Regie: Kurt Meisel, mit Walter Giller, Siegfried Lowitz (Kriminalinspektor)
- "Der Hauptmann von Köpenick", 1956
- "Vater sein dagegen sehr", 1957, Regie: Kurt Meisel, mit Marianne Koch
- "Es geschah am hellichten Tag", 1958, mit Sigfrit Steiner, Siegfried Lowitz (Inspector Heinzi), Gert Fröbe, Ewald Balser
- "Der Pauker", 1958, Regie: Axel von Ambesser, mit Wera Frydtberg, Gert Fröbe, Klaus Löwitsch, Peter Kraus
- "Menschen im Hotel", 1959, mit O. W. Fischer, Gert Fröbe
- "Ein Mann geht durch die Wand", 1959
- "Mein Schulfreund", 1960, mit Loni von Friedl, Ernst Schröder, Mario Adorf
- "Der brave Soldat Schwejk", 1960, Regie: Axel von Ambesser, mit Ernst Stankovski, Franz Muxeneder, Ursula von Borsody, Senta Berger, Jane Tilden, Fritz Eckhardt, Fritz Muliar
- "Das Schwarze Schaf", 1960, mit Karl Schönböck, Maria Sebaldt, Siegfried Lowitz (Pater-Brown-Film)
- "Er kann's nicht lassen", 1962, Regie: Axel von Ambesser, mit Rudolf Forster, Grit Böttcher, Ruth Maria Kubitschek, Horst Tappert (Pater-Brown-Film)
- "Die Abenteuer des Kardinal Brown", 1968
- "Max, der Taschendieb", 1962, mit Elfie Pertramer, Hans Clarin und Ruth Stephan
- "Meine Tochter und ich", 1963, mit Gertraud Jesserer, Gustav Knuth, Agnes Windeck
- "Das Haus in Montevideo", 1963, Buch: Curt Goetz
- "Ship of Fools", 1965, mit Vivien Leigh, Simone Signoret, Oskar Werner
- "Das Liebeskarussell", 1965, mit Curd Jürgens, Nadja Tiller, Ivan Desny, Gert Fröbe, Catherine Deneuve, Friedrich von Thun, Ingeborg Wall, Johanna von Koczian, Anita Ekberg, Peter Alexander, Axel von Ambesser
- "Dr. med. Hiob Prätorius", 1965, Buch: Curt Goetz, mit Liselotte Pulver
- "Hokuspokus oder: Wie lasse ich meinen Mann verschwinden...?", 1966, Buch: Curt Goetz, mit Liselotte Pulver
- "La Bourse et la vie", 1966, mit Fernandel
- "Maigret und sein größter Fall", 1966, mit Günter Strack (Kommissar Delvigne), Eddi Arent
- "Der Tod des Handlungsreisenden", 1968
- "Die Ente klingelt um 1/2 8", 1968
- "Mein Freund Harvey", 1970, mit Susi Nicoletti
- "Der Kapitän", 1971, mit Johanna Matz, Horst Tappert, Ernst Stankovski, Horst Janson, Günter Pfitzmann; Musik: James Last
- "Oh Jonathan, oh Jonathan!", 1973, mit Peter Fricke
- "Gefundenes Fressen", 1977, mit Mario Adorf, Elisabeth Volkmann, Joachim Fuchsberger
- "Das Chinesische Wunder", 1977, mit Senta Berger, Peter Pasetti
- "Noch 'ne Oper", 1979, Regie: Heinz Erhardt, mit Grit Böttcher, Heinz Erhardt, Gert Fröbe, Rudolf Schock, Margit Schramm, Vicco von Bülow
- "Balthasar im Stau", 1979, mit Cornelia Froboess, Louise Martini
- "Es gibt noch Haselnuß-Sträucher", 1983, mit Katharina Böhm
- "In weiter Ferne, so nah!", 1993, Regie: Wim Wenders, mit Otto Sander, Bruno Ganz, Nastassja Kinski, Martin Olbertz, Aline Krajewski, Peter Falk
Literatur
- Franz J. Görtz: Heinz Rühmann 1902 - 1994, der Schauspieler und sein Jahrhundert. Beck, München, 2001, ISBN 3-406-48163-9
- Torsten Körner: Ein guter Freund: Heinz Rühmann. Aufbau-Verlag, Berlin, 2003, ISBN 3-7466-1925-4
- Hans-Ulrich Prost: Das war Heinz Rühmann. Bastei, Bergisch Gladbach, 1994, ISBN 3-404-61329-5
- Fred Sellin: Ich brech die Herzen ..., das Leben des Heinz Rühmann. Rowohlt, Reinbek, 2001, ISBN 3-498-06349-9
- Heinz Rühmann: Das war's - Erinnerungen. Ullstein-Taschenbuch, 1994, ISBN 3-548-20521-6
Weblinks
- {} in der Internet Movie Database
- ruehmann-heinz.de
- LeMO-Biographie
- Radio Bremen
- kinosessel.de
- Heinz Rühmann Gedenkbuch
- Umfangreiche Informationen zu Heinz Rühmann und seinen Filmen
- Heinz Rühmann in ''www.filmportal.de
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Zur Erklärung siehe Wikipedia:Personendaten.
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