Hanns Fechner
Maler
, 1891 Fechner portraitierte ferner Gerhard Hauptmann, Wilhelm Raabe und Ernst Curtius. Neben der Portraitmalerei illustrierte er Texte, fertigte Lithograhien und zeichnete Motive aus seiner Heimatgemeinde Wilmersdorf. Als Berliner Lokalmaler ist Fechner allerdings kaum noch bekannt.In einer Arbeit über das Bild vom Wissenschaftler am Ende des 19. Jahrhunderts stellt die Kritikerin Gabriele Werner zum Virchow-Bild von Fechner unter anderem fest: Zeitgenössische Fotografien dokumentieren, dass Fechners spezifische wissenschaftliche Attribuierung keine Bilderfindung von ihm ist. Vielmehr zeige das Portrait, das Virchow in seinem spartanischen Arbeitszimmer mit einem chirurgischen Arbeitsgerät in der rechten Hand darstellt, während die linke Hand auf einem menschlichen Schädel ruht, ein durchaus realistisch-detailgetreues Abbild der Realität. Die Ausführungen Werners über die Bedeutung des dunklen Anzugs, den Virchow trägt und die fast herrische Geste, mit der er den Schädel umspannt, kommen zu dem Schluss, dass Fechner damit den Anspruch des bürgerlichen Mannes dieser Zeit unterstreicht, nur aus sich selbst, aus der eigenen Leistung heraus Geltung zu beziehen.
Schriftsteller
Ein Augenleiden zwang Fechner, die Malerei aufzugeben. Er wandte sich der Schriftstellerei zu, wurde in diesem Metier jedoch allenfalls mit seinen Jugenderinnerungen, der Autobiographie Spreehannes, bekannt. Wilhem Fechner, Vater von Hanns Fechner und gleichfalls Maler, besaß im Kern des damals sogenannten Deutsch-Wilmersdorf ein märkisches Landhaus. Hier erlebte Fechner um 1870 als Kind die Gründerzeit, den Aufstieg vieler Großbauern zu den sogenannten „Millionenbauern" und die Entwicklung zum berühmten Seebad Wilmersdorf mit. Seine Erinnerungen schildern diese Umbruchzeit mit viel Lokakolorit.Das bekannte Landhaus der Fechners stand noch bis weit in das 20. Jahrhundert hinein an der Ecke Brandenburgische/Konstanzer Straße in Berlin. Für den Neubau der BfA wurde es schließlich 1964 abgerissen. Zur Erinnerung trägt seit 1947 die „Fechnerstraße" in Wilmersdorf den Namen des Künstlers, die zuvor bereits zweimal neue Namen bekommen hatte: vormals „An der Trift " (ca. 1856- ca. 1890), „Lauenburger Straße" (ca. 1890 - 1937) und „Walter-Fischer-Straße" (1937-1947).
Literatur
- Literatur von und über Hanns_Fechner im Katalog Der Deutschen Bibliothek
- Gabriele Werner: Das Bild vom Wissenschaftler - Wissenschaft im Bild (pdf-Datei; kunsttexte.de)