Diplomatie
mit ihrem Hauptquartier in New York sind die größte internationale OrganisationDie Diplomatie ist die Verständigung auf zwischenstaatlicher oder multinationaler Ebene mit friedlichen Mitteln. Allgemein versteht man unter dem Begriff auch einfach die auf Verhandlungen oder politischen Treffen beruhenden Kontakte zwischen zwei oder mehr Staaten, Völkern oder Gruppierungen. Oft wird die Diplomatie als das ideale und wünschenswerte Mittel der Konfliktbewältigung gesehen. Ein "diplomatisches" Verhalten bescheinigt den Agierenden dabei Kompromissbereitschaft und den Willen, die Absichten und Wünsche jedes Beteiligten zu berücksichtigen.
Weitere Gesichtspunkte
Diplomatie wird oftmals durch akkreditierte Botschafter oder Gesandte geführt. Bei der Akkreditierung legitimiert sich ein neu eingetroffener Diplomat durch ein Schreiben seiner Regierung, in dem diese ihm bescheinigt, dass er in ihrem Auftrag Verhandlungen führen darf. Dies geschieht bei der Regierung des Gastlandes. Ein Diplomat genießt diplomatische Immunität, die ihn vor strafrechtlicher, zivilrechtlicher oder administrativer Verfolgung im Gastland schützt.Geschickte und erfolgreiche Diplomaten erlangen dabei oftmals einen gewissen Ruhm und Respekt durch ihre Verdienste um internationale Verständigung. Bedeutende Foren der Diplomatie sind die UNO und die EU, aber auch außereuropäische internationale Organisationen wie ASEAN, Mercosur und viele mehr.
Die wichtigsten Organe der internationalen Diplomatie stellen die Botschaftenen dar: Sie sind die offiziellen Vertretungen und Ansprechpartner eines Staates, einer Nation oder auch bei einer Organisation (etwa UNO-Botschafter)in einem fremden Land.
Als Gegensatz zur Diplomatie wird der Krieg gesehen. Manche sagen, der Krieg solle nur die ultima ratio (lat. letztes Mittel) zur Konfliktlösung sein, wenn bereits alle friedlichen Mittel der Diplomatie ausgeschöpft wurden. Wieder andere sagen, der Krieg sei lediglich die mit anderen Mitteln fortgesetzte Diplomatie.
In einem informellen oder sozialen Sinn ist Diplomatie das Einsetzen von Taktgefühl, um einen strategischen Vorteil zu erlangen. Ein Mittel dabei ist es, Äußerungen so zu formulieren, dass sie höflich erscheinen und niemanden vor den Kopf stoßen, dennoch aber die eigenen Ziele zum Ausdruck bringen.
Überblick
Es gibt einige wesentliche Formen der Diplomatie. Die einfachste und älteste ist die bilaterale (zweiseitige) Diplomatie zwischen zwei Staaten. Bilaterale Diplomatie ist immer noch üblich in der Form vieler Verträge zwischen zwei Staaten. Botschaften und Staatsbesuche dienen hauptsächlich dieser Funktion. Eine andere Form ist die multilaterale (mehrseitige) Diplomatie, wobei viele Staaten gleichzeitig zu einem gemeinsamen Ergebnis zu kommen versuchen, das dann für alle verbindlich ist. Formelle multilaterale Diplomatie geht normalerweise auf den Wiener Kongreß im neunzehnten Jahrhundert zurück. Seitdem hat der Multilateralismus kräftig an Bedeutung gewonnen. Heutzutage sind viele Handelsabkommen multilateral, zum Beispiel das WTO-Abkommen. Auch bilden sich multilaterale Staatenverbünde mit gemeinsamer Politik, zum Beispiel die Europäische Union. Oder Umweltabkommen, wie das Kyoto-Protokoll. Die vereinten Nationen (UN) sind die wichtigste multilaterale Institution mit globaler Reichweite. Es gibt noch eine weitere Spielart des internationalen Handelns, nämlich den Unilateralismus (Alleinhandeln). Dies ist eigentlich die Abwesenheit von Diplomatie, wenn der Handelnde internationale Ergebnisse ohne Absprache mit anderen oder Rücksicht auf andere erstrebt. Dies kann sich in der Praxis nur eine Supermacht erlauben, wie z.B. die USA, die davon jedoch selbst im Irakkrieg nicht Gebrauch gemacht hat. Das Risiko dieser Politik besteht darin, dass sie zu Isolation und Gegenbündnissen führen kann.Diplomaten und diplomatische Missionen
Ein Diplomat ist jemand, der Diplomatie betreibt. Die Sammelbezeichnung für eine Gruppe von Diplomaten aus einem einzigen Herkunftsland ist die diplomatische Mission. Der Botschafter ist der höchste diplomatische Rang. Eine von einem Botschafter angeführte diplomatische Mission heißt Botschaft. Die Sammelbezeichnung aller Diplomaten in einem Gastland heißt diplomatisches Korps (corps diplomatique). Deshalb beginnen die Autonummernschilder von Diplomaten international regelmäßig mit den Buchstaben „CD“.Geschichte
Die Fähigkeit, Diplomatie zu betreiben, ist eine der bestimmenden Elemente eines Staates. Die Anfänge finden sich schon bei den ersten Stadtstaaten, die sich vor Jahrtausenden bildeten. Für die meiste Zeit der menschlichen Zivilisation wurden Diplomaten nur für spezifische Verhandlungen entsandt, um nach deren Ende zügig zurückzukehren. Diplomaten waren üblicherweise Verwandte der Herrscherfamilien oder von hohem Rang, um ihnen die erforderliche Legitimität zu geben, wenn sie mit anderen Staaten verhandelten. Eine frühe dauerhafte Mission bildeten die päpstlichen Gesandten (apocrisiarii) am Hofe des byzantinischen Kaisers in Konstinopel (Byzanz). Nach der Verschlechterung der Beziehungen am Ende des achten Jahrhunderts wurden diese jedoch abgebrochen.Die Ursprünge der modernen Diplomatie gehen auf die norditalienischen Stadtstaaten der frühen Renaissance zurück, wobei die ersten Botschaften im dreizehnten Jahrhundert gegründet wurden. Dabei spielte Mailand unter Francesco I. Sforza eine führende Rolle. Er gründete Botschaften in den anderen Städten Norditaliens. Dort begannen viele Traditionen der modernen Diplomatie, so z.B. das Präsentieren der Beglaubigung (Akkreditierung) des Botschafters beim Staatschef des Gastgeberlandes.
Von Italien breitete sich diese Praxis auf die anderen europäischen Mächte aus. Mailand war der erste Staat, der einen Vertreter an den Hof in Frankreich entsandte, im Jahr 1455. Mailand lehnte jedoch ab, im Gegenzug einen französischen Vertreter zu akzeptieren, aus Furcht, er könne spionieren oder sich in innere Angelegenheiten einmischen. Als sich ausländische Mächte wie Frankreich und Spanien zunehmend in die italienische Politik einmischten, wurde der Bedarf nach Botschaftern akzeptiert. Bald schon tauschten die europäischen Mächte Botschafter aus. Spanien war eine der ersten Nationen, die 1487 einen Vertreter dauerhaft an den Hof von England entsandten. Ab dem Ende des sechzehnten Jahrhunderts wurden dauerhafte Missionen üblich. Der Kaiser des Heiligen Römischen Reiches entsandte jedoch als Staatschef keine dauerhaften Vertreter, da er nicht die Interessen aller deutschen Fürsten wegen deren faktischer Unabhängigkeit vertreten konnte. Während dieser Zeit wurden die Regeln der modernen Diplomatie weiterentwickelt. Der höchste Rang eines Vertreters war der Botschafter. Zu dieser Zeit war der Botschafter ein Adliger, wobei der Rang des entsandten Adligen davon abhing, für wie wichtig man das Land hielt, in das er entsandt wurde. Es wurden höchste Standards entwickelt für Botschafter, und man erwartete, dass sie große Gebäude besaßen, ausschweifende Feiern veranstalteten und eine wichtige Rolle im höfischen Leben ihrer Gastländer spielten. In Rom, das für einen katholischen Vertreter am meisten geschätzt wurde, besaßen die französischen und spanischen Vertreter ein Gefolge von bis zu einhundert Personen. Selbst in weniger wichtigen Botschaften waren die Botschafter sehr teuer. In kleinere Staaten wurden Gesandte geschickt, die im Rang unter den Botschaftern standen.
Diplomatie war eine komplexe Angelegenheit, damals mehr noch als heute. Die Botschafter aller Staaten wurden im diplomatischen Protokoll in unterschiedliche Stufen der Wichtigkeit und des Vortritts eingeteilt, die häufig umstritten waren. Staaten wurden normalerweise entsprechend dem Titel des Souverains eingeordnet, wobei für katholische Staaten der Gesandte des Vatikans der höchste war. Danach folgten diejenigen aus Königreichen, darauf die aus Herzogtümern und Fürstentümern. Vertreter aus Republiken wurden als die Niedrigsten der Niedrigen betrachtet. Die Bestimmung der Rangfolge zwischen zwei Königreichen hing von einer Vielzahl von Faktoren ab, die häufig variierten, sodass Streitigkeiten garantiert waren. Adlige Botschafter mit nur geringer Auslandserfahrung und wenig diplomatischem Talent benötigten die Unterstützung durch viel Botschaftspersonal. Diese Profis wurden für lange Zeit entsandt und verfügten über weit mehr Kenntnisse über ihre Gastgeberländer als ihre Vorgesetzten. Botschaftsangehörige verfügten über eine Vielzahl von Fähigkeiten; einige widmeten sich zum Beispiel der Spionage. Der Bedarf an ausgebildeten Individuen zur Besetzung der Botschaften wurde durch Universitätsabsolventen gedeckt, was zu einer Ausweitung der Studien in Völkerrecht, moderner Sprachen und Geschichte an den Universitäten in ganz Europa führte. Zur gleichen Zeit wurden permanente Außenministerien eingerichtet, um die Vielzahl an Botschaften und deren Personal zu koordinieren. Diese Ministerien entsprachen bei weitem noch nicht der heutigen Form. Großbritannien hatte bis 1782 zwei Abteilungen mit sich häufig überschneidenden Kompetenzen. Sie waren auch um ein Vielfaches kleiner als heute. Frankreich, das sich um 1780 einer der größten Außenministerien rühmte, hatte lediglich 70 Vollzeitbeschäftigte.
gestaltete auf dem Wiener Kongreß maßgeblich die europäische Ordnung nach 1815Die Elemente moderner Diplomatie breiteten sich, beginnend im frühen achtzehnten Jahrhundert, langsam nach Osteuropa und Russland aus. Dieses ganze System wurde durch die französische Revolution und die darauf folgenden Kriegsjahre unterbrochen. Die Revolution brachte mit sich, dass Bürgerliche die Diplomatie des französischen Staates und all derjeniger Staaten, die durch Revolutionsarmeen erobert wurden, übernahmen. Etablierte Vortrittsrechte und Protokolle wurden verworfen. Napoleon weigerte sich auch, diplomatische Immunität anzuerkennen, wobei er einige englische Diplomaten verhaften ließ, denen er vorwarf, gegen Frankreich zu intrigieren. Zudem hatte er keine Zeit und Geduld für den oft zeitraubenden Prozess formeller Diplomatie.
Nach der Niederlage Napoleons etablierte der Wiener Kongreß von 1815 ein internationales System diplomatischen Ranges. Streitigkeiten über Rangfolgen von Nationen bestanden noch über ein Jahrhundert bis nach dem Zweiten Weltkrieg, als der Rang des Botschafters die Norm wurde. Diplomatische Traditionen außerhalb Europas waren sehr unterschiedlich. Eine wichtige Voraussetzung für die Existenz von Diplomatie ist die Existenz einer Anzahl von Staaten, die in etwa die gleiche Macht besitzen, so wie es im Italien der Renaissance und im Europa der modernen Zeit der Fall war. Im Gegensatz dazu zögerten die Mächte in Asien und im Mittleren Osten, China und das ottomanische Reich, bilaterale Diplomatie zu betreiben, da sie sich allen ihren Nachbarn gegenüber als unumstritten überlegen fühlten. Die Ottomanen zum Beispiel entsandten keine Missionen in andere Staaten, da sie erwarteten, dass diese nach Istanbul kommen sollten. Diese Praxis dauerte bis ins achtzehnte Jahrhundert an. Als sich die europäischen Mächte im achtzehnten und neunzehnten Jahrhundert über die Welt ausdehnten, verbreitete sich ebenso ihr diplomatisches System.
Diplomatische Immunität
Die Unverletzlichkeit von Diplomaten wird seit langem respektiert. Diese Unverletzlichkeit ist als diplomatische Immunität bekannt. Obwohl einige Fälle bekannt sind, in denen Diplomaten getötet wurden, wird dies im Allgemeinen als grobe Ehrverletzung betrachtet. Dschingis Khan und die Mongolen waren dafür bekannt, sich stark für die Rechte von Diplomaten einzusetzen. Wenn diese verletzt wurden, so übten sie fürchterliche Rache an den dafür verantwortlichen Staaten. Diplomatische Rechte wurden in Europa in der Mitte des siebzehnten Jahrhunderts etabliert und haben sich seitdem in der ganzen Welt ausgebreitet. Diese Tradition wurde 1961 im Wiener Übereinkommen über diplomatische Beziehungen formell niedergelegt. Dieses Übereinkommen schützt Diplomaten davor, belangt oder verfolgt zu werden, während sie sich auf diplomatischer Mission befinden. Sofern ein Diplomat ein schweres Verbrechen begeht, wird er normalerweise aus dem Gastland ausgewiesen. Ein gerichtliches Verfahren findet dann im allgemeinen im Heimatland statt. Diplomatische Kommunikation wird auch als unverletzlich betrachtet, und Diplomaten wird es seit langem erlaubt, Dokumente außer Landes zu bringen, ohne durchsucht zu werden. Dieser Mechanismus wird „Diplomatenkoffer“ oder „Diplomatenpost“ genannt. Die Fortentwicklung von Verschlüsselungstechnik und Kryptographie hat diese Techniken jedoch in den letzten Jahren zunehmend obsolet gemacht.In Zeiten von Feindseligkeiten werden Diplomaten zum eigenen Schutz oft ins Heimatland beordert. Dies geschieht manchmal auch, wenn das Gastland zwar befreundet ist, es aber Anschlagsdrohungen von Dissidenten gibt. Botschafter und andere Diplomaten werden von ihren Heimatländern manchmal auch abgezogen, um Missfallen mit dem Gastgeberland auszudrücken. In solchen Fällen bleiben Botschaftsangehörige niederen Ranges zurück und erledigen die anfallenden Aufgaben. Oder die Botschaft eines anderen befreundeten Staates führt die konsularischen oder diplomatischen Aufgaben weiter.
Diplomaten als Faustpfand
Im mittleren Osten und anderen Teilen der Welt gibt es eine ganz andere Tradition. Im osmanischen Reich, Persien und anderen Staaten wurden Diplomaten als eine Garantie für gutes Verhalten angesehen. Sofern eine Nation ein Abkommen brach oder Angehörige dieser Nation sich schlecht verhielten, zum Beispiel ein Schiff kaperten oder ein Grenzdorf plünderten, dann wurden die Diplomaten dafür bestraft. Diplomaten waren also ein Mittel dazu, Abkommen und Völkerrecht durchzusetzen. Damit gesichert war, dass die Bestrafung von Diplomaten den Herrschenden auch etwas bedeutete, bestand man auf hochrangigen Diplomaten. Diese Tradition findet sich schon im Römischen Reich der Antike. Die Römer forderten von den unterworfenen Stämmen in Germanien häufig Geiseln, meist Kinder des Stammeshäuptlings oder nahe Verwandte. Diese wurden nicht als Gefangene gehalten, sondern als eine Art von Gästen. So kamen sie in den Genuss römischer Erziehung und Lebensart. Nur bei Fehlverhalten ihres Stammes konnte es zu drastischen Repressalien gegen sie kommen.Diplomatie und Spionage
Diplomatie und Spionage sind eng miteinander verbunden. Botschaften sind Ausgangspunkte sowohl für Diplomaten als auch für Spione, und einige Diplomaten sind im Wesentlichen offen anerkannte Spione. Zum Beispiel besteht eine Aufgabe des Militärattachés darin, so viel wie möglich über das Militär einer Nation, in deren Land er tätig ist, in Erfahrung zu bringen. Es wird nicht versucht, diese Rolle zu verbergen, und es wird ihnen auch nur erlaubt, auf Einladung an Veranstaltungen wie Paraden oder Manövern teilzunehmen. Es gibt jedoch auch verdeckte Spione, die von Botschaften aus operieren. Diesen werden Tarntätigkeiten an den Botschaften gegeben. Ihre wirkliche Aufgabe besteht jedoch darin, Kontakte zu knüpfen, Informanten zu rekrutieren und Informationen zu sammeln. Im Extremfall werden sie auch beauftragt, Regimegegner im Exil zu beseitigen oder Sabotageakte durchzuführen. In den meisten Fällen jedoch ist die Identität der Spione bekannt, die aus den Botschaften heraus operieren. Wenn sie enttarnt werden, können sie ausgewiesen werden. Zumeist bevorzugt die Spionageabwehr jedoch, diese Agenten unter Beobachtung zu halten, um Erkenntnisse über undichte Stellen auf der eigenen Seite zu erlangen.Die von Spionen gesammelten Informationen spielen eine immer gewichtigere Rolle in der Diplomatie. Rüstungskontrollabkommen würden ohne Aufklärungssatelliten und Agenten kaum zu überwachen sein. Solche gesammelten Informationen sind in allen Bereichen der Diplomatie nützlich, von Handelsabkommen bis hin zu Grenzstreitigkeiten.
Diplomatische Anerkennung
Diplomatische Anerkennung ist der vielleicht wichtigste Faktor, um zu ermessen, ob eine Nation ein unabhängiger Staat ist oder nicht. Solch eine Anerkennung zu erlangen war lange schwierig, selbst für vollkommen souveräne Staaten. Selbst viele Jahrzehnte nach ihrer Unabhängigkeit verweigerten selbst enge Verbündete die Anerkennung der Republik der Niederlande. Heutzutage gibt es eine ganze Anzahl unabhängiger Gebiete, denen die diplomatische Anerkennung durch weite Teile der Welt verweigert wird, zum Beispiel die Republik China (Taiwan). Fast keine Nation erkennt die Republik China offiziell an, um Verstimmungen mit der weit größeren Volksrepublik China zu vermeiden. Es werden aber informelle Kontakte unterhalten.Andere nicht anerkannte Länder sind Abchasien, Somaliland und die Türkische Republik Nordzypern. Im Gegensatz zu Taiwan besitzen diese Länder jedoch keine wirtschaftliche oder politische Bedeutung und sind deswegen international viel isolierter.
Obwohl die Anerkennung ein Faktor ist, um Souveränität zu bestimmen, so besagt Artikel 3 der Konvention von Montevideo, dass „die politische Existenz eines Staates unabhängig von der Anerkennung durch andere Staaten ist.“
Informelle Diplomatie
Informelle Diplomatie wird seit Jahrhunderten zur Kommunikation zwischen den Großmächten verwendet. Viele Diplomaten bemühen sich, Kontakt zu einflussreichen Figuren in anderen Staaten herzustellen, um auf diesem Weg Zugang zur Führungsspitze eines Landes zu erhalten. In einigen Fällen, zum Beispiel zwischen den USA und der Volksrepublik China, läuft ein Großteil der Diplomatie über halboffizielle Kanäle unter Verwendung von Gesprächspartnern wie akademischen Mitgliedern politischer Stiftungen (Thinktanks)ab. Dies geschieht zumal in Angelegenheiten, in denen Regierungen Empfehlungen oder Ratschläge geben möchten, ohne dies über die offiziellen Kanäle verlautbar werden zu lassen.In Europa werden seit langem auch vertrauensbildende Maßnahmen praktiziert, um Spannungen zwischen Völkern langfristig abzubauen oder Gemeinsamkeiten zu fördern. So werden zum Beispiel Programme zum Jugendaustausch, akademische Austauschprogramme wie das Erasmusprogramm oder das Sokratesprogramm vereinbart. weitere vertrauensbildende Maßnahmen sind das Schließen internationaler Städtepartnerschaften und die Förderung des Fremdsprachenuterrichtes (an Schulen).
Bedeutende Diplomaten
- Kardinal Richelieu: "Der Zweck heiligt die Mittel", Westfälischer Friede 1648.
- Klemens Wenzel Lothar von Metternich: Heilige Allianz zwischen Österreich, Deutschland und Rußland, Restauration 1815.
- Otto von Bismarck: Realpolitik gegenüber Österreich 1866.
- Henry Kissinger: Beendigung des Vietnamkrieges 1973.
- Willy Brandt: Ostpolitik ab 1970.
- Hans-Dietrich Genscher
Siehe auch:
Diplomatisches Protokoll, Doyen, Exequatur, Geopolitik, Entente Cordiale, Balance of Power, Interessensphäre, Erdbebendiplomatie,Literatur
- Henry Kissinger: Diplomacy (englische Ausgabe). 1995
Weblinks