Dekolonisation
Allgemein denkt man dabei an die Entwicklung nach dem zweiten Weltkrieg, als Indien (1947), Indonesien (1949) und später die Kolonien in Afrika ihre Selbständigkeit erlangten. Für Afrika gilt 1960, als die meisten Staaten die Unabhängigkeit erlangten, als das Jahr der Dekolonisation. Innerhalb der zwei Jahrzehnte nach dem Zweiten Weltkrieg wurden 50 Kolonien in die formale Unabhängigkeit entlassen. Dennoch blieben politische, soziokulturelle und ökonomische Bindungen zur ehemaligen Kolonialmacht weitestgehend bestehen. Bis heute fühlen sich die ehemaligen Kolonialmächte ihren Kolonien eng verbunden und beanspruchen ein besonderes Mitspracherecht für diese Staaten auf der internationalen Ebene.
In einer erweiterten Betrachtung ist Dekolonisation freilich ein Prozess, der bereits lange vor dem Höhepunkt der Aufteilung der Welt unter den Kolonialmächten in der Zeit des Imperialismus stattfand, insbesondere mit dem Unabhängigkeitskrieg der Vereinigten Staaten von Amerika 1775-1783 und der Kolonien Südamerikas 1813-1824.
Literatur
- Rainer Tetzlaff, Ulf Engel, Andreas Mehler (Hrsg.) - Afrika zwischen Dekolonisation, Staatsversagen und Demokratisierung. Hamburg 1995, Band 45, ISBN 3-928049-30-5, ISSN 0440-1670, 298 S
- Johannes Winter: Die Entwicklungspolitik im Wandel der Zeit
Siehe auch