Commonwealth
| Inhaltsverzeichnis |
|
2 Commonwealth der USA 3 Australischer Bund 4 Siehe auch 5 Literatur 6 Weblinks |
Commonwealth of Nations
Mit der Bezeichnung Commonwealth ist im Deutschen hauptsächlich das Commonwealth of Nations (früher British Commonwealth) gemeint, das in erster Linie durch das Vereinigte Königreich und dessen ehemalige Kolonien gebildet wird.
Es handelt sich hierbei um einen Bund unabhängiger Staaten als Nachfolger des British Empire, welches nach dem Zweiten Weltkrieg weitgehend aufgespalten wurde. Zu dem Zerfall kam es einerseits durch aufkommende Unabhängigkeitsbewegungen in verschiedenen Gebieten (zum Beispiel in Indien unter dem Einfluss des Pazifisten Mahatma Gandhi) und andererseits aufgrund der beschränkten Mittel der britischen Regierung nach dem Krieg.
Als Commonwealth realms bezeichnet man die Staaten im Commonwealth, die Elizabeth II noch als ihre Königin und ihr Staatsoberhaupt anerkennen.
Heute leben 30% der Weltbevölkerung in Mitgliedsstaaten des Commonwealths: Indien ist das bevölkerungsreichste Mitglied mit über einer Milliarde Menschen. Auch Pakistan, Bangladesch und Nigeria haben jeweils eine Bevölkerung von mehr als 100 Millionen Menschen. Aber auch Staaten wie zum Beispiel die Inselkette Tuvalu, auf der nur etwa 11.000 Menschen leben, gehören dem Bund an.
In der Praxis sieht es so aus, dass die Staaten, wenn sie zu einer Republik werden, formell aus dem Bund austreten. Sie stellen anschließend einfach einen Antrag auf Wiederaufnahme, welcher automatisch gewährt wird. Die Republik Irland bewarb sich nicht um die Wiederaufnahme. Bis heute ist der Beitritt Irlands zum Commonwealth ein Thema in der irischen Politik.
Das Commonwealth Office in London ist die Zentrale des Staatenbundes. Ähnlich wie bei der UNO in New York entsendet jedes Mitgliedsland einen Vertreter dorthin, so dass ein ständiger Informationsaustausch stattfinden kann. Zusätzlich treffen sich die Staats- und Regierungschefs der Commonwealth-Länder einmal jährlich zu einem einwöchigen Gipfeltreffen. Hierbei werden wichtige politische und wirtschaftliche Fragen sowie die Weltlage diskutiert. Auch Sanktionen gegen einzelne Staaten, wie zuletzt 2002 gegen Simbabwe, werden hier beschlossen. Der Gipfel findet jedes Jahr in einem anderen Mitgliedsland statt und wird traditionell durch Königin Elisabeth II als Oberhaupt des Commonwealths eröffnet.
Mitglieder
53 Staaten sind gegenwärtig Mitglieder im Commonwealth of Nations (die Jahreszahlen zeigen das Beitrittsjahr)- Antigua und Barbuda (1981)
- Australischer Bund (1931)
- Bahamas (1973)
- Bangladesch (1972)
- Barbados (1966)
- Belize (1981)
- Botswana (1966)
- Brunei (1984)
- Dominica (1978)
- Fidschi (1970, dann Austritt 1987 und Wiedereintritt 1997)
- Gambia (1965)
- Ghana (1957)
- Grenada (1974)
- Großbritannien und Nordirland (1931)
- Guyana (1966)
- Indien (1947)
- Jamaika (1962)
- Kamerun (1995)
- Kanada (1931)
- Kenia (1963)
- Kiribati (1979)
- Lesotho (1966)
- Malawi (1964)
- Malaysia (1957)
- Malediven (1982)
- Malta (1964)
- Mauritius (1968)
- Mosambik (1995)
- Namibia (1990)
- Nauru (1999)
- Neuseeland (1931)
- Nigeria (1960, ausgeschlossen 1995, wieder aufgenommen 1999)
- Pakistan (1947, Austritt 1972, Wiedereintritt 1989) (momentan ausgeschlossen) wieder aufgenommen 2004, da die Außenminister die loyale Haltung Pervez Musharrafs belohnen wollten
- Papua-Neuguinea (1975)
- Salomonen (1978)
- Sambia (1964)
- Samoa (1970)
- Seychellen (1976)
- Sierra Leone (1961)
- Singapur (1965)
- Sri Lanka (1948)
- St. Kitts und Nevis (1983)
- St. Lucia (1979)
- St. Vincent und die Grenadinen (1979)
- Südafrika (1931, Austritt 1961, Wiedereintritt 1994)
- Swasiland (1968)
- Tansania (1961)
- Tonga (1970)
- Trinidad und Tobago (1962)
- Tuvalu (1978)
- Uganda (1962)
- Vanuatu (1980)
- Zypern (1961)
Darunter: Commonwealth realms
Antigua und Barbuda Australien Bahamas Barbados Belize Cookinseln Grenada Jamaika Kanada Neuseeland Papua-Neuguinea Salomonen Samoa St. Kitts und Nevis St. Lucia St. Vincent und die Grenadinen Tuvalu
Ehemalige Mitglieder
- Irland verließ den Bund 1949
- Simbabwe (1980) am 6. Dezember 2003 ausgetreten, vorhergegangen war am 20. März 2002 ein Ausschluss
Commonwealth der USA
Die Bezeichnung Commonwealth wird auch für die politische Beziehung der USA mit den nicht in das Bundesgebiet eingegliederten Territorien Puerto Rico und den Nördlichen Marianen verwendet.Auch einige Bundesstaaten der USA heißen offiziell Commonwealth (zum Beispiel Virginia, Pennsylvania).
Australischer Bund
Hauptartikel: Australischer Bund
Australien bezeichnet sich durch den Zusammenschluss der verschiedenen Territorien als Commonwealth of Australia, im Deutschen "Australischer Bund".
Siehe auch
Literatur
- Mansergh, Nicholas: Das Britische Commonwealth. Entstehung - Geschichte - Struktur. Zürich 1969
Weblinks