Chinesische Oper
Im Unterschied zu anderen Formen des Musikdramas (in Europa, Indien oder Japan) vereint die Chinesische Oper Ausdrucksformen von Musik, Gesang, Schauspiel, Tanz und Akrobatik in lokaltypischen Ausformungen. Thematisch handelt es sich meist um allgemein bekannte Legenden und Mythen auf deren Grundlage soziale, politische und spirituelle Aspekte dargestellt werden, früher oft auch mit großem Aktualitätsgehalt.
Die bekannteste Form der Chinesischen Oper ist die Peking-Oper, sie entwickelte sich aus der Kun Oper, welche im 16.Jh. als Kunstform von nationaler Bedeutung angesehen wurde. Vor allem Opernensembles aus der Provinz Anhui bereicherten im 19.Jh. die Kun-Tradition mit akrobatischem Körperspiel und farbiger Choreografie. Daraus entstand die auch Jingju genannte Form der Peking-Oper.
Ihren Blütezeit erlebte die Peking-Oper von etwa 1830 bis 1960. Während der Kulturrevolution war sie zumindest in der Volksrepublik China verpönt und es fanden keine Aufführungen statt, Stattdessen wurden heroisierende Revolutionsepen aufgeführt und in der Aufführungspraxis dominierte der Naturalismus, erst 1977 fand eine erste offizielle Aufführung statt. Heute erfreut sie sich zumindest beim traditionsbewußten und oft älteren Publikum wieder größerer Beliebtheit.