Chiffre
| Inhaltsverzeichnis |
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2 Chiffren in der hebräischen Bibel und der poetischen Literatur 3 Literatur 4 Medien 5 Comics |
Kryptographie
In der Kryptographie gibt es mehrere Möglichkeiten einen Text zu verschlüsseln. Von Verschlüsselung spricht man, wenn Zeichen durch andere ersetzt werden. Den so verschlüsselten Text bezeichnet man als Chiffre oder Geheimtext.
Siehe auch:
- monoalphabetische Verschlüsselung
- homophone Verschlüsselung
- polyalphabetische Verschlüsselung
- Caesar-Chiffre
- Beale-Chiffre
- Enigma
Chiffren in der hebräischen Bibel und der poetischen Literatur
Ein Vorbild dieser literarischen Technik war die hebräische Bibel. Sie berichtet verständlich von der Geschichte Israels, aber den Gott um den sich alles dreht bezeichnet sie mit den Buchstaben JHWH, um ihn von allen abbildbaren, begreiflichen und nennbaren Dingen grundsätzlich zu unterscheiden.
So ist JHWH kein Wort und auch nicht die Stellvertretung eines Namens, sondern eine Chiffre für etwas was menschlicher Vorstellung entrückt ist.
Der Ausdruck Chiffre wurde in der Mitte des Jahrhunderts für poetische Verdichtungen eingebürgert, deren Rätsel sich entweder gar nicht löst oder durch eine unerwartete, wunderbare Erleuchtung.
Davon handelt ein Gedicht von Gottfried Benn:
"Ein Wort, ein Satz, aus Chiffren steigen erkanntes Leben, jäher Sinn, die Sonne steht, die Sphären schweigen, und alles ballt sich zu ihm hin. Ein Wort, ein Glanz, ein Flug, ein Feuer, ein Flammenwurf, ein Sternenstrich und wieder dunkel. Ungeheuer im leeren Raum: Umwelt und Ich."
Literatur
Stilfigur der modernen Lyrik. Chiffre ist hier eine Form des Symbols, ein Geheimzeichen mit verschlüsselten Bedeutung, meist autorbezogen.
Beispiel:
"Schwarze Milch der Frühe" (Paul Celan), "Blaues Klavier (Else Lasker-Schüler)", "Tierauge" (Gottfried Benn)