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Cherokee

Dieser Artikel befasst sich mit dem Indianervolk der Cherokee. Für weitere Bedeutungen, siehe bitte Cherokee (Begriffsklärung).

Die Cherokee (Eigenbezeichnung Tsalagi, ursprünglich auch Aniyunwiya und Anikituhwagi) sind heute das größte indigene Volk Nordamerikas. Ihr Siedlungsgebiet war ursprünglich das Gebiet vom Ohio-River bis in die heutigen US-Bundesstaaten Georgia und Alabama. Mit den Chickasaw, Choctaw, Creek und Seminolen wurden sie zu den fünf zivilisierten Nationen gezählt. 1809 bis 1819 entwickelte Sequoyah eine eigene Silbenschrift (Cherokee-Alphabet).

Inhaltsverzeichnis
1 Geschichte
2 Cherokee heute
3 Siehe auch
4 Literatur
5 Weblinks

Geschichte

Zur Zeit der Entdeckung Amerikas waren die Cherokee eine mächtige Nation. Aufgrund zweier Pockenepidemien (1738-1739 und 1760) wurden sie stark dezimiert. Bald überfluteten weiße Siedler ihr Land und drängten immer mehr Cherokee nach Westen. Die Cherokee passten sich erstaunlich gut den Weißen an - nicht zuletzt durch den regen Handel mit ihnen. Seit 1800 stellten sie Baumwollkleider her. Ab 1820 konnte beinahe jede Cherokee-Familie das Spinnrad bedienen. Jede Familie hatte ihre Farm. Das Land der Cherokee war in Distrikte unterteilt. Jeder Distrikt hatte ein Ratshaus, einen Richter und einen Marschall. In allen Dörfern gab es Schulen. Sogar Print-Medien existierten. Viele Cherokee hatten sich durch Missionare zum Christentum bekehren lassen. All diese Anpassungsmethoden bewahrte die Cherokee nicht vor ihrem Schicksal.

1828 erklärte der Bundesstaat Georgia sämtliche Verträge mit den Cherokee für nichtig und ordnete die Umsiedlung nach Oklahoma an. Die Cherokee fochten vor Gericht diesen Entscheid an und erhielten Recht. Darauf meinte der US-Präsident Andrew Jackson: "Der Richter hat seine Entscheidung getroffen - nun lasst ihn sie durchsetzen". Jackson setzte sich über den Richterspruch hinweg und ließ die Cherokee zwangsumsiedlen. Von 18.000 Cherokee entkamen nur etwa 1.000 in die Hügel. Die übrigen wurden von der US-Armee nach Oklahoma begleitet. Auf dem beschwerlichen Marsch starb rund die Hälfte, weshalb der Marsch den Namen Trail of Tears erhielt.

Jene Cherokee, die der Zwangsumsiedlung entkamen, werden heute als Östliche Cherokee bezeichnet, die in Oklahoma sesshaften nennen sich Cherokee Nation.

Cherokee heute

Von den heute 308.132 Cherokee (US-Zensus 2000) lebt die Mehrzahl in Oklahoma (70.000) und North Carolina (8.500). Die Sprache der Cherokee wird noch von 12.000 bis 22.000 gesprochen.

Die wenigsten Cherokee sind heute noch Vollblutindianer. Die östlichen Cherokee lassen sich in konservative (oft Vollblutindianer) und moderne Cherokee (oft Halbblutee) teilen. Die Konservativen leben meist abgelegen in den Bergen. Die Modernen wiederum unterteilen sich in die untere Klasse und die Mittelklasse. Zugehörige der unteren Klasse leben ähnlich wie die Konservativen, fühlen sich aber nur dann als Indianer, wenn es um in der Vergangenheit begangene Ungerechtigkeiten an den Cherokee geht. Sie besuchen keine indianischen Zeremonien. Die Mittelklasse besteht aus Leuten mit sehr wenig indianischem Blut und kümmert sich primär um Geschäft und Wohlstand, nicht aber um Cherokee Nation. Die Konservativen begegnen ihnen mit Vorsicht. Die Haupteinnahmen erzielen die Östlichen Cherokee vor allem durch den Tourismus, drei Fabriken und durch die Holzindustrie. Nur wenige Cherokee sind noch Vollzeitfarmer.

Siehe auch

Liste nordamerikanischer Indianerstämme

Literatur

Weblinks



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