Charles-Maurice de Talleyrand
Überblick
Talleyrand litt wahrscheinlich am Marfansyndrom und konnte deshalb keine militärische Karriere machen. 1788 wurde er Bischof von Autun, 1789 schloss er sich in der Nationalversammlung dem Dritten Stand an. Er arbeitete mit an der Erklärung der Menschen- und Bürgerrechte vom 26. August 1789.
1791 leistete er als erster Kleriker den Eid auf die Verfassung und wurde dafür von Papst Pius VI exkommuniziert und seines Amtes als Bischof enthoben. Während der Terrorherrschaft war Talleyrand vorsichtshalber in den USA. Er war Außenminister von 1797 bis 1807 und unterstützte Napoleon bei dessen Staatsstreich vom 18. Brumaire VIII (9. November 1799), außenpolitisch lehnte er aber Napoleons Eroberungspolitik ab. Napoleon bezeichnete ihn als "Scheiße in Seidenstrümpfen" ("De la merde dans un bas de soie").
Nachdem Napoleon ihn entlassen hatte, sammelte er eifrig Mitstreiter um die Rückkehr der Bourbonen voranzutreiben. Nach der Abdankung Napoleons 1814 ernannte ihn Ludwig XVIII erneut zum Außenminister.
Während des Wiener Kongresses war er Vertreter Frankreichs und unterzeichnete für Frankreich den Frieden von Paris vom 30. Mai 1814 und die Schlussakte vom 9. Juni 1815. 1830 - 1834 war er Botschafter in London. Talleyrands Ziel war immer ein europäisches Gleichgewicht der Mächte und die Großmachtstellung Frankreichs. Er liegt begraben in seinem Schloss in Valençay.
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