Carl von Clausewitz
Clausewitz wird weltweit berühmt durch sein Hauptwerk Vom Kriege, das allerdings unvollendet geblieben ist. Die strategischen und taktischen Grundlagen werden heute weltweit gelehrt. Die strategische Theorie wird inzwischen auch auf andere Anwendungsbereiche übertragen und insbesondere in der Unternehmensführung und im Marketing beachtet.
Berühmt geworden ist seine oft falsch verstandene Bestimmung "Der Krieg ist die Fortsetzung der Politik mit anderen Mitteln." Clausewitz postuliert damit die Unterordnung des Militärs unter die politische Führung: Das Militär hat einen politischen Auftrag und hat (nur) diesen auszuführen. Das war nicht immer und ist auch heute nicht überall selbstverständlich.
Seine klaren Unterscheidungen zwischen Strategie und Taktik, zwischen Ziel, Zweck und Mittel haben die Theorie des Krieges auf eine sichere begriffliche Grundlage gestellt.
Clausewitz war der erste der die "Moralischen Größen" in die Kriegstheorie einführte; danach waren es nicht mehr nur die Faktoren der "Zahl", die über den Ausgang einer Schlacht entschieden, sondern auch der "Geist des Heeres", oder der "Kriegerische Genius" an sich (Clausewitz' Bewunderung galt vor allem Napoléon und Friedrich II).
| Inhaltsverzeichnis |
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2 Leben 3 Wirkungen 4 Werke 5 Literatur 6 Weblinks |
Zum Namen
Es ist gesichert, dass Clausewitz Sohn bürgerlicher Eltern ist, also nicht adelig geboren wurde. Dokumentarisch gesichert ist seine Erhebung in den Adelsstand 1827. Aber bereits vorher hat Clausewitz, möglicherweise bereits seine Mutter, versucht, eine adlige Abstammung vorzutäuschen. In der damaligen Zeit konnten praktisch nur Adlige Offiziere werden. Die Erhebung in den Adelsstand ist daher eher eine Legalisierung einer vorher nicht legalen Nutzung des "von". Allerdings sollte der Begriff "legal" in diesem Zusammenhang nicht zu ernst genommen werden. In der damaligen Zeit war das Namensrecht nicht so ausgeprägt wie heute. Es gab zahlreiche Versuche, die Standesschranken zu durchbrechen, die eher als Kavaliersdelikt denn als wirkliches Delikt betrachtet wurden. Sonst wäre das "von" auch später nicht anerkannt worden.Leben
Carl Claußwitz wird 1780 als Sohn bürgerlicher Eltern in Burg bei Magdeburg geboren. Das genaue Geburtsdatum ist umstritten; neben dem 1. Juli wird auch der 1. Juni genannt, der aber wahrscheinlich falsch ist. Als Zwölfjähriger trat er in die preußische Armee ein.Nach der Schlacht bei Jena und Auerstedt gerät Clausewitz in französische Kriegsgefangenschaft, aus der er 1807 entlassen wird.
1810 heiratet er Marie von Brühl, 1812 erfolgt der freiwillige Abschied als Major aus preußischen Diensten und der Eintritt in die russische Armee. Clausewitz wirkt auf russischer Seite maßgeblich an der Konvention von Tauroggen mit und wird 1814 schließlich wieder als Oberst in preußische Dienste übernommen. Im Belgienfeldzug gegen Napoleon nimmt er 1815 als Stabschef im III. preußischen Armeekorps unter Generalleutnant Freiherr von Thielemann an den Schlachten von Ligny und Waterloo teil. 1818 wird er zum Generalmajor befördert und 1827 geadelt: ab dann also Carl von Clausewitz.
1831 stirbt er an der Cholera in Breslau.
Wirkungen
Die Wirkungen von Carl von Clausewitz sind ungeheuer vielfältig. Nicht immer ist er als Urheber erkennbar. So ist z. B. das Win-Win-Prinzip eine betriebswirtschaftliche Anwendung der Bündnistheorie von C. In Deutschland gehörte insbesondere Helmuth Graf von Moltke zu seinen Bewunderern. Die militärischen Siege von Königgrätz und Sedan wurden auf die strenge Anwendung Clausewitzscher Grundsätze zurückgeführt.Zu den intensiven Lesern des Buches Vom Kriege gehörten u.a. der Mitbegründer des Marxismus Friedrich Engels, der deutsche Generalstabschef Generaloberst Beck, der Strategietheoretiker Werner Hahlweg, der US-amerikanische Außenminister Henry Kissinger und der französische Politologe Raymond Aron. Von allen Genannten liegen Exzerpte, Aufsätze oder andere Hinweise vor, die belegen, dass sie die Theorie des Clausewitz nicht nur gelesen, sondern ausführlich studiert haben.
Das Werk Vom Kriege wurde in unzählige Sprachen übersetzt. Es gibt allein dreizehn chinesische Übersetzungen des Werks. Was sicher auch damit zu tun hat, daß Sunzi vor fast 2500 Jahren ein ähnlich bedeutendes Werk über die Kriegskunst verfaßte. Es ist heute eines der am weitestverbreiteten Bücher der Erde. An den meisten Militärschulen wie auch in vielen Managementschulen, so in Harvard, wird Clausewitz als grundlegende Theorie gelehrt.
Viele politische Denker haben sich mit Clausewitz befasst und Bücher über ihn geschrieben, so der kommunistische Revolutionär Lenin und der konservative Jurist und Politologe Carl Schmitt. Inwieweit sich Adolf Hitler und Mao Tse Tung mit Clausewitz beschäftigt haben, ist umstritten; beide aber kannten zumindest wesentliche Teile seines Werks. Die Theorie des Partisanen ist eine Weiterentwicklung Clausewitzscher Theorie.
Auch in jüngster Zeit kam die US Army dazu, sich eingehend mit der Theorie von Clausewitz zu beschäftigen [1].
Werke
- Vom Kriege, Potsdam 1832, aus dem Nachlass herausgegeben von seiner Witwe Maria von Clausewitz
- Carl von Clausewitz: Vom Kriege (weit verbreitete, gelungene Textauswahl, 288 S.), Reinbek bei Hamburg, 1963 und viele weitere Auflagen ISBN 3-499-45138-7
- Carl von Clausewitz: Vom Kriege (Volltext, 736 S.), Ullstein-TB, ISBN 3-548-26538-3
Literatur
- Dietmar Schössler: Carl von Clausewitz. Reinbek bei Hamburg, 1991. ISBN 3-499-50448-0
- Raymond Aron: Clausewitz, den Krieg denken. Frankfurt am Main, 1980. ISBN 3-549-07399-2
- Wilhelm von Schramm: Clausewitz. General und Philosoph.. Heyne, München, 1982. ISBN 3-453-55091-9
Weblinks
- http://www.carlvonclausewitz.de -- Volltext seines Hauptwerkes "Vom Kriege" und Sekundärliteratur zu Clausewitz
- http://gutenberg.spiegel.de/clausewz/krieg/inhalt.htm -- Volltext seines Hauptswerkes "Vom Kriege"