Boden (Bodenkunde)
Die wichtigste Rolle spielt der Boden als zentrale Lebensgrundlage für Pflanzen und direkt oder indirekt für Tiere und Menschen.
Die Lebewesen spielen ihrerseits eine wichtige Rolle bei der Bodenentwicklung (Pedogenese), insbesondere durch die Produktion und Einarbeitung von Humus. Sie sorgen auch für Be-/Durchlüftung sowie für eine Durchmischung des Bodens (Bioturbation). Die obere organisch beeinflusste Bodenschicht wird als Oberboden bezeichnet.
In der Bodenkunde werden die häufigsten Betrachtungen und Definitionen in einem Bereich von 1,00 m bis 1,50 m angewandt. Oft liegt unterhalb dieser Marke nur zerkleinertes Gestein mit wenig veränderter Zusammensetzung vor. Jedoch genau diese Veränderungen des Substrates im zeitlichen Verlauf der Bodenbildung sind Voraussetzung einer detaillierten Beschreibung und Benennung der verschiedenen Bodentypen. Allgemein verläuft die Entwicklung von sehr flachen, sehr steinigen Böden zu tiefgründigen, feinkörnigeren Böden bzw. von schwach zersetztem, mineralienreichem Gestein zu stark zersetzten, ausgewaschenen Böden. Aus dem vorhandenen Substrat, der Bodenart, entwickelt sich durch "äußere" Einflüsse (wie Klima, Vegetation, Nutzungsart) im Laufe der Zeit ein Bodentyp mit spezifischen Eigenschaften. Weiter kann noch eine Bodenform ausgeschieden werden. Sie bildet das Gesamtbild aus Bodenart und Bodentyp.
Einige praktische Anwendungsbereiche der Bodenkunde sind Bodenschutz, Landwirtschaft und Forstwirtschaft.
| Inhaltsverzeichnis |
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2 Boden-Bestimmung und Eigenschaften 3 Klassifikation von Böden 4 Bodenzahl 5 Literatur 6 Weblinks |
Bodenfunktionen
Die wichtigste Rolle spielt der Boden als zentrale Lebensgrundlage für Pflanzen und direkt oder indirekt für Tiere und Menschen.
Die Lebewesen spielen ihrerseits eine wichtige Rolle bei der Bodenentwicklung (Pedogenese), insbesondere durch die Produktion und Einarbeitung von Humus. Sie sorgen auch für Be-/Durchlüftung sowie für eine Durchmischung des Bodens (Bioturbation). Die obere organisch beeinflusste Bodenschicht wird als Oberboden bezeichnet.
Einige praktische Anwendungsbereiche der Bodenkunde sind Bodenschutz, Landwirtschaft und Forstwirtschaft.
Boden-Bestimmung und Eigenschaften
Die Erkennung eines Bodens kann in vielen Fällen auf Grund einiger weniger Eigenschaften wie Bodenart, Bodenartenschichtung, Ausgangsmaterial usw. erfolgen. In manchen Fällen sind jedoch weitergehende physikalische und chemische Analysen zur Identifikation eines Bodens notwendig.
Wichtige charakteristische Eigenschaften eines Bodens sind:
- die Bodenhorizonte: bilden wie schon ihr Name sagt Trennlinien zwischen unterschiedlich gearteten Böden, die geprägt werden durch Gefüge, Bodenart, Farbe, Fleckung u.a.. Sie sind das Ergebnis bodenbildender Prozesse, welche das Ausgangsgestein verändern. Ihre Aufeinanderfolge bestimmt die bodensystematische Zuordnung.
- die Bodenart: gekennzeichnet durch die Korngrößenzusammensetzung des mineralischen Bodenmaterials. Sie reicht von reinem Ton bis zu Großblöcken.
- die Bodenfarbe: hierbei werden nach standardisierten Munsell-Farbtafeln die Farben des Bodens nach Farbe, Helligkeit und Intensität bestimmt.
- der Humusgehalt: Dieser stellt den Anteil an organischer Substanz (außer Kohle und anthropogenen Kohlenstoffverbindungen) im Boden dar. Er resultiert aus den Ausscheidungen lebender und den Rückständen abgestorbener Organismen und unterliegt einem stetigem Auf-, Um- und Abbau.
- der Kohlegehalt: Dieser gibt bei bestimmten Böden wie z.B. auf Kippen, Halden und Spülbecken den Anteil der Kohle an.
- der Carbonatgehalt:
- das Bodengefüge:
- der Wasserhaushalt (Bodenfeuchte):
- der Lufthaushalt (Bodenluft):
- der Pufferbereich:
- der Boden-pH:
- das Porenvolumen:
- die Effektive Lagerungsdichte:
- das Ionen-Austauschverhalten:
- die Durchwurzelung:
- die Zeigerarten:
- die Körnung (Sieblinie):
Klassifikation von Böden
Böden können auf verschiedene Weise klassifiziert werden. Zwei der wichtigsten internationalen Systeme sind die USDA-Bodenklassifikation und die FAO-Bodenklassifikation.
Bodenzahl
Die Bodenzahl ist eine mit dem am 16. Oktober 1934 erlassenen Gesetz über die Bewertung des Kulturbodens (Bodenschätzungsgesetz) geschaffene Wertzahl, die die ungefähre landwirtschaftliche oder gärtnerische Ertragsfähigkeit eines Bodens erfasst.
In die Bodenzahl werden einbezogen:
- die Bodenart
- das geologische Alter des Ausgangsgesteins
- die Zustandsstufe eines Bodens
Literatur
- Scheffer F., Schachtschabel P. (2002): Lehrbuch der Bodenkunde. Spektrum Akademischer Verlag. 15. Auflage. ISBN 3827413249
- Rowell , D. L. 1997: Bodenkunde. Untersuchungsmethoden und ihre Anwendungen. Springer, Berlin. ISBN 3540618252
- Zech W., Hintermaier-Erhard G. (2002): Böden der Welt. Spektrum Akademischer Verlag. ISBN 3827413486
- Hintermaier-Erhard G., Zech (1997): Wörterbuch der Bodenkunde Enke. ISBN 3432299710
- Blume H.-P., Felix-Henningsen P., Fischer W. R. (2002): Handbuch der Bodenkunde. Ecomed Verlag, Landsberg. ISBN 3609722320
- Kuntze H., Roeschmann G., Schwerdtfeger G. (1994): Bodenkunde. UTB, Stuttgart. 5. Auflage. ISBN 3825280764
- Schroeder D., Blum W. E. H. (1992): Bodenkunde in Stichworten. (Hirts Stichwortbücher) Borntraeger, Berlin/Stuttgart. ISBN 344303103X
Weblinks
- Lernmodule zur Bodenkunde bei WebGEO
- Skripte des Institutes für Bodenkunde der Universität Kiel
- Hypersoil
- www.bodenwelten.de
- www.bodenexponate.de