Bizone
Die ursprünglich vollständig getrennten Besatzungszonen wurden zur Bizone zusammengeschlossen. Am 2. Dezember 1946 unterzeichneten der britische Außenminister Ernest Bevin und sein US-Kollege James F. Byrnes in New York das Fusionsabkommen. Am 1. Januar 1947 trat es in Kraft. Damit wurde einerseits der Grundstein zu einer neuen staatlichen und wirtschaftlichen Entwicklung gelegt, der mit der Währungsreform 1948 zementiert wurde, andererseits wurden aber auch die Weichen für die endgültige Teilung des Landes in BRD und DDR gestellt.
Zur Bizone gehörten die späteren Bundesländer Schleswig-Holstein, Hamburg, Niedersachsen, Bremen, Nordrhein-Westfalen, Hessen und Bayern, sowie das nördliche Baden-Württemberg, damals Württemberg-Baden (nicht aber Württemberg-Hohenzollern und Baden, Rheinland-Pfalz, das Saarland und Westberlin).
Durch den der Länder der französischen Besatzungszone (alle verbleibenden außer Westberlin) am 8. April 1949 wurde die Bizone zur Trizone.
Ursprünglicher Grund für die Einrichtung der Bizone war Wunsch nach einer wirtschaftlichen Erholung.
In Österreich, das ebenfalls in vier Zonen eingeteilt war, wurde absprachengemäß die Teilung des Landes nicht weiter vorangetrieben. Es dauerte allerdings noch bis 1955, bis das Land seine volle Souveränität zurück erlangen konnte.
Siehe auch: Ostzone
Weblinks
- Deutsches Historisches Museum: Bizone/Trizone
- Bundeszentrale für politische Bildung: Ost-West-Konflikt und deutsche Teilung
Die im Potsdamer Abkommen vorgesehene Behandlung Deutschlands als wirtschaftliche Einheit scheitert unter anderem am französischen Widerstand gegen jede Errichtung deutscher Zentralbehörden. Vor allem den Amerikanern liegt jedoch daran, Deutschland wirtschaftlich wieder auf eigene Beine zu stellen. Als Reaktion auf die Versorgungsschwierigkeiten im Winter 1946/47 legen daher die USA und Großbritannien ihre Besatzungszonen am 1. Januar 1947 zur Bizone zusammen. Die Furcht vor einer Ausbreitung des Kommunismus in den wirtschaftlich darniederliegenden Zonen spielt dabei eine große Rolle. Frankreich und die UdSSR protestieren gegen die Errichtung der Bizone.
Zur Verwaltung der Bizone werden Ämter für Post, Verkehr, Wirtschaft, Finanzen, Arbeit sowie Ernährung und Landwirtschaft eingerichtet, an deren Spitze Direktoren stehen. So wird im März 1948 Ludwig Erhard zum Direktor der Wirtschaftsverwaltung gewählt. Sitz der Bizonen-Verwaltungen ist Frankfurt am Main. Obwohl Frankreich von Anfang an zur Beteiligung aufgefordert wird, tritt es erst am 8. April 1949 der Bizone bei, die sich damit zur Trizone erweitert. Zunächst nur aus rein wirtschaftlichen Interessen gegründet, werden Bizone und Trizone und ihre Institutionen jedoch im Zuge des Kalten Krieges zu Vorläufergebilden der Bundesrepublik Deutschland.