Amazonasbecken
Das Amazonasbecken umfasst Gebiete in Brasilien, Französisch-Guayana, Suriname, Guyana, Venezuela, Kolumbien, Ecuador, Peru und Bolivien. Es ist mit ca. 7 Millionen km², was in etwa 5% der gesamten Landfläche der Erde entspricht, das größte zusammenhängende Landschaftsgebiet und damit auch der größte zusammenhängende Wald unseres Planeten.
Das Gebiet bezeichnet die Landschaft, die durch das riesige Flusssystem des Amazonas geprägt ist und umfasst damit auch die über 1000 „größeren“ Nebenflüsse desselben. Der größte Teil des Amazonasbeckens (rund zwei Drittel der Fläche) gehört zu Brasilien. Dabei ist nicht nur der Amazonas ein mächtiger Fluss, sondern auch viele seiner Nebenflüsse. Zehn davon gehören ihrerseits zu den fünfundzwandzig wasserreichsten Flüssen der Erde, darunter sogar ein Nebenfluss eines Nebenflusses, nämlich der Rio Branco.
Man schätzt, dass im Amazonasbecken rund ein Fünftel allen Süßwassers der Erde fließt. Dabei hat das Becken ein derart geringes Gefälle, dass die Flüsse meist nur eine sehr geringe Fließgeschwindigkeit aufweisen. Für den Amazonas gilt, dass das Gefälle rund fünf Millimeter pro Kilometer beträgt, wobei im Vergleich hierzu beispielsweise eine Badewanne ein stärkeres „Gefälle“ aufweist. Je nach Jahreszeit werden weniger als 100.000 oder sogar über 200.000 m³ Wasser pro Sekunde dem Atlantischen Ozean zugeführt.
Die großen Nebenflüsse des Amazonas kann man an ihren Farben unterscheiden. Der Rio Negro gibt seine Farbe schwarz bereits im Namen an. Der Rio Madeira gilt als gelb-roter Fluss, der Rio Tapajos und der Rio Xingu haben klares Wasser, das aus der Entfernung und aus dem Flugzeug blaugrün erscheint. Allgemein gilt, dass die dunklen Flüsse (Schwarzwasserflüsse) eher aus dem Norden (also linksseitig), die hellen eher aus dem Süden (also rechtsseitig) zufließen. Der Grund liegt in der Bodenbeschaffenheit und damit der Erosion der durchflossenen Regionen.
| Inhaltsverzeichnis |
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2 Bevölkerung 3 Wichtige Städte 4 Flora und Fauna 5 Weblinks |
Politik
Die Anrainerstaaten des Amazonasbeckens haben 1978 ein Abkommen zur Zusammenarbeit in der Amazonasregion (Tratado de Cooperación Amazonica, TCA) verabschiedet. Aus dieser ging im Jahr 2003 die Organisation des Amazonaspaktes (OTCA) mit Sitz in Brasília hervor.
Bevölkerung
In der Amazonasregion leben etwa 22 Millionen Menschen. Davon gehören circa eine Million einer der vielfältigen indigenen Völker in der Region an. Im brasilianischen Teil der Amazonasregion werden 150 verschiedene indigene Völker unterschieden. Weitere wichtige Bevölkerungsgruppen sind traditionelle Uferbewohner (Ribeirinhos), die zum Teil während des Kautschukbooms in die Region kamen und vom Kautschukzapfen lebten. Später kamen Siedler (colonos) hinzu, die im Rahmen von staatlichen Ansiedlungsmaßnahmen zur Erschließung der Region Grundstücke zum Ackerbau zugewiesen bekamen. Zwischen den Farmern und Viehzüchtern einerseits, welche durch großflächige Rodungen die Kautschukwälder gefährden, und der Seringueiro-Bewegung andererseits, welche auf diese Wälder als Lebensgrundlage angewiesen sind, zeigten in der Folge große Spannungen. Weitere Menschen kamen im Rahmen von Industrie und Handel in die Region, insbesondere in Manaus durch die Einrichtung einer Freihandelszone.
Wichtige Städte
Wichtige Städte in der Amazonasregion sind:
- Belém
- Manaus
- Santarém
- Iquitos
- Pucallpa
- Georgetown
- Paramaribo
- Cayenne
Flora und Fauna
Die Amazoasregion zeichnet sich unter anderem durch ihre große Biodiversität aus. Die Anzahl der tatsächlich in der Amazonasregion vorkommenden Spezies ist schwer zu schätzen, da erst ein Bruchteil von ihnen entdeckt und beschrieben wurde. Es wird von einer Zahl zwischen fünf und zehn Millionen Arten ausgegangen. Von diesen wurden bislang etwa 1,4 Millionen beschrieben, darunter 750.000 Insektenarten, 40.000 Wirbeltiere, 250.000 Pflanzen und 360.000 Mikrobiota. Man geht davon aus, dass in der Region etwa ein Viertel der lebenden Tier- und Pflanzenarten ihr Habitat haben. Die Fischfauna wird auf 2.000 Arten geschätzt, mehr als in allen anderen Flüssen der Welt zusammen.
Die Vegetation in Amazonien ist sehr heterogen. Eine grobe Unterteilung der der verbreitetesten Vegegationsformen umfasst: Dichte Wälder, offene Wälder mit Palmen, offene Wälder ohne Palmen, Lianenwälder, Trockenwälder, Bergwälder (vor allem am Andenabhang), Überschwemmungswälder (Várzea), Sumpfwälder (Igapó). Hinzu kommen lokale Formationen wie Mangrovenwälder, waldfreie Savannen (campos naturais), Caatinga, etc.
Weblinks
- http://www.amazonwatch.org/amazon/geo_focus_map.php (Karte Großprojekte im Amazonasbecken)